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Architaction – Animago Award 2008

2. Platz
beim “Detail Creative Award”

Endlich ist es soweit … bei der Preisverleihung des Animago Awards werden die nominierten Arbeiten dem Publikum gezeigt und die Gewinner bekannt gegeben. Leider hat Architaction nicht gewonnen, aber mit dem zweiten Platz, wie ich finde, trotzdem eine hervorragende Bewertung bekommen.

Mit etwas Glück habe ich sogar dieses Bild endeckt, in dem Architaction gerade auf der Leinwand zu sehn ist. Ich selbst sitze da auch irgendwo vorn im Publikum und genieße die creativen Beiträge, die AfterParty und die Animago Konferenz.

Architaction – Soundtrack

Frisch komponiert …

von meinem guten Freund Lars. Lars ist eigentlich Programierer, aber mit Mucke hat er es genauso drauf. Er kannte ja die Richtung die wir brauchten und so waren recht schnell ein paar mögliche Versionen erstellt und wir konnten uns eine aussuchen und diese noch etwas verfeinern.

www.morty-productions.de

Architaction_v01 – Rock Theme

Architaction_v02 – Metal Theme

Architaction_v03 – Electro Theme


Architaction – Final Spot

Architektur mit Action

Pünktlich fertig zum Einsendeschluss. Unser Spot erfüllt alle Anforderungen des “Detail Creative Awards” und kann auf DVD gebrannt werden. Es ist fast schon schade, dass nach 2 Monaten Arbeit dann doch nur 30 Sekunden übrig bleiben, aber die habens in sich und sind schön knackig geschitten, die eigens komponierte Musik impliziert noch mehr Geschwindigkeit und Action.

Architaction – Compositing

Der Vollständigkeit halber …

will ich auch kurz auf das Compositing eingehen. Ich bin auch hierfür bei AfterFX geblieben und konnten so viele der gekeyten Ebenen ohne Zwischenrendern weiter verwenden. Ansonsten finden hier das Rendering und die Videoplates zusammen und man sieht zum ersten mal wie gut Alles zusammen passt.

Die letzten Feinheiten

Um so näher man dem Ende kommt um so mehr Kleinigkeiten fallen einem noch auf die hier und da noch eingebaut werden könnten. So wurden hier noch ein paar zusätzliche Kamerabewegungen in AfterFX erzeugt und eine leichte Farbkorrektur des Footage hilft die Integration glaubhaft zu machen.

Architaction – Rendering

Schatten aus dem Nichts

So komplex sind die Szenen ja nicht und so konnte ich fast alle Shots in einem Pass rechnen und bei den Renderelementen brauchte ich auch nicht all zu Viele. Die gaze Sittuation ist mit einem Daylight beleuchtet und wird im Linerar Workflow mit Vray gerendert. Das bedeutet ntürlich das für die GI dir IrradianceMap vorberechnet werden muss, aber auch das ging hier recht schnell.

Ein weiterer Trick um Renderzeit zu sparen war mit einem Pixelseitenverhältniss von 1,33 zu arbeiten, das spart beim Full-HD immerhin 480 Pixel in der Breite und der Qualitätsverlust ist grad noch zu verkraften.

Architaction – Animation

Architektur die wächst und gedeiht

Nach dem alle Kameras für die Szenen getrackt sind und soweit stimmen kann ich anfangen alle Modelle in der Szene zu platzieren und zu animieren. Diese Aufgabe splittet sich hier in zwei Hauptbereiche, einerseitz die “Virtuelle Landschaft”, die später auch gerendert wird und die Nachstellung des Charakters, der später den Schatten und die Reflektion des Menschens in der virtuellen Welt erzeugt.

In den Landschaftsobjekten sin jede Menge kleine Animationen versteckt, so ist Beispielsweise die Wasseroberfläche mit ein paar kleinen Reactorsimulationen animiert, die Entstehung der Landschaft ist eine animierte Textur die auch das Auftauchen der gescatterten Baummodelle steuert, die Windräder wachsen zeitversezt aus dem Boden und drehen sich im Wind und das auftauchen der Gebäude wurde handanimiert.

Ich als Char

Den hier verwendetten Charakter habe ich recht gut an einem Abend animationsfertig bekommen. Da er nicht direkt gerendert wird konnt ich auch auf viele Details verzichten und das eher grobe Skinning (das auch noch einige Fehler verursacht) ist halb so wild. Wichtig war das sich der Kerl schnell und einfach nach dem Backplate animieren lässt – das Biped bietet sich hier an und muss kaum modifiziert werden. Nach so einigen Tagen Handanimation hab ich zwar Alles, aber mir reichts auch erstmal.

Architaction – Keeing

Keeing

Im finalen Spot soll ja später nur noch der Mensch als originales Videobild erhalten bleiben, der komplette Raum sowie die Farben des Painting werden durch die virtuelle “Schaffenswelt” ersetzt. Das heißt man muss die Person in den Entsprechenden Shots freistellen.

Den Keyer dabei auf die Farbe Weiß anzuwenden, anstadt die gebräuchlichen Farben grün oder blau zu verwenden, stellt sich doch als etwas schwieriger heraus als gedacht. Sauber zu Keyen ist sicher immer eine aufwendige Sache, aber Tools wie der Primatte Pro Keyer von RedGigant erleichtern es wenigsten ein wenig. Der Primatte Keyer konnte mit den Farbvariationen im Weiß doch etwas besser umgehen und produzierte auch an den Kanten beeere Ergebnisse. Trotzdem bleiben nach dem Keyen immer noch etliche Artefakte im Bild, wie Ihr sicher Oben seht.

Masking und Rotoskoping

Um nun auch noch die letzten Reste des Hintergrunds zu entfernen und um bei schnellen Bewegungen die durch Bewegungsunschärfe verwaschenen Kanten möglichst sauber zu bekommen muss man nochmal per Hand ran. So entstehen in den einzelnen Szenen nach und nach immer mehr animierte Masken die unwichtige Bildteile löschen. Um so nen “Architekten” in Action zu verfolgen muss man die Maske fast für jeden Frame einzeln justieren und das wird schnell zum Durchhaltemaraton.

Auch nach diesem Prozess kann es immer noch an ein paar Stellen zu Unsauberkeiten kommen die dann nicht mehr nur maskiert werden können sondern direkt im Bild geändert werden müssen. Rotoskopen nennt man das und es bedeutet das man sich die entsprechenden Frames in ein Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop holt und dort mittels normaler Bildretusche die Fehler entfernt, die bearbeiteten Frames werden dann in AfterFX wieder an der richtigen Stelle eingesetzt und keiner merkt was. Gott sei Dank war es nicht so viel, ich glaube ich musste 15 Bilder nochmal nacharbeiten.

Architaction – Landscape

Grün wird Agrar …

Jede Farbe des Actionpainting bildet einen Platzhalter für eine bestimmte Art der Städte- und Landschaftsgestaltung. Die großzügig mit der Farbrolle aufgetragene grüne Farbe deklariert quasi den zur Stadt gehörigen Landkreis. Beim auftragen vom “Grün” sollen somit gleich möglichen Eigenschaften wie Wälder, Felder, Wege und Grenzen entstehen.

Erste Aufgabe ist es also genau zu deklarieren welche Flächen das Grün im Painting einnimmt und diese durch eine Luftbildaufnahme zu ersetzen. Lässt sich hier doch recht gut komplett über Texturen lösen, wobei zu Beispiel die Opacity Map auch noch Animiert und Maskiert wird um das Aufrollen nachzuempfinden.

Architaction – Tracking

Scheiße, hier ist ja Alles weiß!

Mit der Idee einer einfarbigen Hohlkehle im Hintergrund lässt sich zwar der Prozess der Keeing’s vereinfachen, aber leider wird ohne klare Anhaltspunke das Tracking (Nachempfinden der Kamera und des Blickwinkels im virtuellen Raum) um einiges schwieriger. Auf dem Boden gibt es zwar ein klares Quadrat mit bestimmten Seitenlängen, aber es bleibt extrem mühsam per Hand die Kammera einzustellen und in Position zu bringen. Für fast jede der 21 Szenen musste dieser Arbeitsschritt gemacht werden und nur eine menge Geduld und liebe zum Detail haben mir da durchgeholfen.